Rondo cappriccioso

Beethoven op.129

Alla ingharese, quasi un capriccio

(Aufbaukurs)

Begriff

Capriccio – ital. Laune, Grille Eigensinn, Lust – früher eher: besonderer Einfall (MGG)

  • ist kein musikalischer Formbegriff – Besonderheit des Einfalls, oft humoriges und spieltechnisch herausforderndes Stück in freier Form (Fantasie)
  • 24 Capricci per Violino solo op. 1 (1810)
  • in Klaviermusik zum technischem Stück entwickelt

Rondeau – Rondo – etymologisch „das Runde“

„rondel“ – Teilnehmende stellten sich zum Reigen im Kreis auf und sangen „rondels“ – ursprgl. Nordfrankreich

  • Teilnehmende fassten sich, im Kreis stehend, bei den Händen und bewegten sich singend und tanzend nach links – Vorsänger – chorischer Refrain abwechselnd (MGG 11, S.867)
  • Rondel: A B | a A | a b | A B (Beispiel des zyklischen Aufbaus – einstimmiges Rondeau)
  • Melodieteile (Refrains) formelhaften Charakters wurden improvisatorisch aneinandergefügt
  • der Erzbischof von Rouen, Odon Rigaud, wendet sich 1249 gegen das Aufführen von Rondeaus in der Kirche – (MGG) Entstehung wahrscheinlich Beginn 12. Jh.
  • im 14. Jh. wird Rondeau als mehrstimmige Form zusammen mit der Ballade zur wichtigsten musikalischen Form – Guillaume de Machaut

ab 1600: Rondeau, ronde de table (frz.), rondo (ital.), Rundgesang

Mattheson: “Was die Saufhelden eine Runda nennen“

Goethe (Faust – Auerbachs Keller): Mit offener Brust singt Runda, sauft und schreit!“

Rondo – Folge musikalischer Abschnitte, die nach dem Schema: beginnender Refrain (A) und veränderliche Couplets (B, C, D…) einander abwechseln.

  • eine dreiteilige Lied- oder Bogenform (A B A) stellt kein Rondo dar
  • Antiphone/Gegengesänge (a A a A a A a…) sind ebenfalls keine Rondi

Monteverdis Prolog des Orfeo(1607) ist Beispiel für die Anwendung des Rondo-Prinzips in großformatiger Form an: viermal wiederholtes instrumentales Rondel (a +b, fünfmal a, a + b). Der I.Akt ist ebenfalls rondoartig aufgebaut: „Chor A, Rezitativ x, Chor B, Ritornell C, y, B-C, A, z Ritornell D, Chor E, D-E‘, D-E‘‘, Sinfonia ähnlich C“. (MGG 11, S. 877)

bis 1800 waren Sonaten- und Sinfonie-Schlußsätze meist in Rondoform komponiert, bevor sie von der Sonatensatzform abgelöst wurden, da diese eine höhere Dramatik und größere Satzlängen ermöglichte.

Gelegentlich verschmelzen aber beide Formen, Rondo und Sonatensatz, miteinander, so im Schlusssatz der Appassionata“.

In romantischer Zeit werden Rondi zu virtuosen Einzelstücken, z.B. C.M.v.Webers Rondo brillant op.62

Beethovens op. 129 wurde wahrscheinlich 1796 komponiert, in der letzen Schaffensperiode überarbeitet und von Anton Diabelli aus dem Nachlass veröffentlicht. Von ihm oder Beethovens Sekretär, Anton Schindler stammt auch die charakterisierende Betitelung: Wut über den verlorenen Groschen.

„Der Refrain wird hier nach zwei Couplets (T.65g, T. 124 E) durchführungsartig moduliert und durch Variationen erweitert und als Nachsatz wiederholt.“ (MGG 11, S. 882)

Begriffsdiskussion – Formbegriff – Charakterbegriff

Analyse:

Gestalten des Themas (Refrain)

Beethoven Rondo cappriccioso op.129, Thema (Refrain)b


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